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Ludwigsvorstadt - Isarvorstadt Im 2. Stadtbezirk sind die ehemaligen Stadtbezirke der Isarvorstadt mit Schlachthof, Glockenbach, Gärtnerplatz und Dreimühlenviertel sowie die Ludwigsvorstadt mit Hauptbahnhof, Theresienwiese, Alter Südlicher Friedhof und dem Innenstadtklinikum zusammen geschlossen. Hier wohnen etwa 48.000 Menschen, davon 40 % in Single-Haushalten und 26 % sind ausländischer Herkunft. Das ist prozentual etwa doppelt so hoch als in Gesamt - Berlin. Das Stadtviertel gilt als besonders tolerantes Wohngebiet; alle sozialen Schichten und viele unterschiedliche Kulturen leben hier friedlich miteinander. Vor allem 30-40 Jährige bilden die größte Gruppe. Bemerkenswert ist die hohe Arztdichte, weil dank des Klinikviertels nur 108 Einwohner auf jeden Arzt treffen. Die Ludwigsvorstadt sollte ein modernes, grünes Viertel werden, mit der Bavaria als optischem Zielpunkt. Erkennbar ist diese Planung noch um den Kaiser-Ludwigs-Platz und am "Vorstadtdom" St. Paul mit dem zweit höchsten Kirchturm Münchens. Der Wiederaufbau nach der weit gehenden Zerstörung im 2. Weltkrieg änderte den Charakter des Bezirks. Verwaltungsgebäude, Büros und Gastgewerbe verdrängten Wohnungen und Kleingewerbe. Die Hotels zählen jährlich mehr als 2,7 Millionen Übernachtungen. Die Verkehrsberuhigung im Bereich der Innenstadtkliniken der Universität kommt der Genesung der Patienten und dem Lernerfolg der 2000 Medizinstudenten zu Gute. In den nächsten Jahren wird zwar ein großer Teil der Einrichtungen nach Großhadern wegziehen, aber eine Portalklinik mit etwa 200 Betten für alle medizinischen Disziplinen wird geschaffen. Diverse universitäre Einrichtungen für den Innenstadtcampus sollen ebenfalls erhalten werden. Im Bahnhofsgebiet sollte der ständig anwachsende Druck durch immer mehr Vergnügungsstätten wie Spielhallen und Sexshops durch Bebauungspläne und die Ablehnung durch den Bezirksausschuss gemindert werden, was aber praktisch fast nicht mehr gelingt. Der Bevölkerungsanteil des Bahnhofsviertels wird tagsüber von der Anzahl von Beschäftigten weit übertroffen. Viele davon sind in den Unikliniken, sonstigen Kliniken, Versicherungs-, Immobilien- und anderen Büros tätig, die hier das Hauptgewerbe bilden. Ansonsten hat sich im Bahnhofsviertel auch ein geschäftlicher und kultureller Schwerpunkt von ausländischen Bürgern gebildet, die wesentlich zur Prägung des Bahnhofsviertels beitragen. Soziale Angebote und Schulen aller Art bilden weitere Schwerpunkte der Nutzungen für den Allgemeinbedarf. Bei der in den nächsten Jahren geplanten Umgestaltung des Umfelds des Hauptbahnhofs, sowie dessen Neubau ist der Bezirksausschuss intensiv eingebunden. Im Wiesnviertel stellt die Gestaltungs- und Nutzungsfrage der Theresienwiese (siehe nachfolgender Antrag vom 28. 2. 2012 auf dieser Seite) einen Schwerpunkt der Bezirksausschussarbeit dar. Hier sieht sich der Bezirksausschuss als wesentlicher Faktor für die Erhaltung und Erweiterung der Grünfläche. Auch gilt es, diese besondere Freifläche mit ihrem Ensemble Bavaria und Ruhmeshalle mit eiszeitlicher Hangkante durch allzu intensive ganzjährige gewerbliche Nutzung für die Bevölkerung als Baudenkmal zu bewahren. Das südlich angrenzende Schlachthofviertel hat eine sehr hohe Anzahl von "Einpendlern", die früh morgens den Schlachthof und die dazu gehörenden Gewerbebetriebe anfahren, aber auch abends die zahlreichen gastronomischen Betriebe besuchen. Dadurch wird der sowieso schon knappe Parkraum überstrapaziert. Verkehrsfragen (Parkplätze, Stauungen, LKW Verkehr, Fahrradrouten, Fahrradwege, Fußgänger) und die Beseitigung des Gründefizits stehen hier deshalb im Vordergrund der Bezirksausschussarbeit. Die Isarvorstadt ist ein Mietshaus- und Gewerbeviertel mit sehr hohem und gepflegtem Altbaubestand. Erstmals entstanden in der städtebaulichen Entwicklung Münchens mehrstöckige Mietshäuser. Speziell der Bereich rund um den Gärtnerplatz ist am Reißbrett in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und in einem Guss aus dem Boden gestampft worden. Das gesamte Gebiet war von vielen Stadtbächen durchzogen. Nachdem der Glockenbach 1960 zugeschüttet wurde, fließt heute nur noch der Westermühlbach durch das Viertel. Die langsame Umstrukturierung von einem Gemisch aus Wohnungen und Gewerbe zu einem sogenannten "attraktiven Wohnviertel" setzt sich fort, verbunden mit schnell fortschreitenden Verdrängungstendenzen der alteingesessenen Bevölkerungsschicht. Das Glockenbachviertel als Bindeglied zur Ludwigsvorstadt ist in Teilbereichen das am dichtesten besiedelte Wohnquartier Münchens. Zusammen mit dem Gärtnerplatzviertel verfügt es über die größte Anzahl von Lokalen in München, die sich zunehmender Beliebtheit besonders auswärtiger Besucher erfreuen. Spezielle Lokale wie die für die schwullesbische Szene und deren Freunde haben sich als Farbtupfer in der Vergnügungskultur etabliert. Durch die Massierung aller gastronomischen Einrichtungen ist die dortige Wohnbevölkerung nicht nur großen verkehrlichen Belastungen und einer enormen Parkraumnot ausgesetzt, sondern auch einer zunehmenden nächtlichen Lärmbelästigung. Der Bezirksausschuss versucht dabei zwischen den berechtigten Anliegen der Bewohner und Besucher ausgleichend zu vermitteln. Die Diskussion um die Aufhebung der Sperrzeit nahm im Bezirksausschuss 2 seinen Anfang und muss weiter differenziert für die jeweilige Situation in diesem Stadtteil gehandhabt werden. Die Verkehrsprobleme werden auch noch durch den Besucherverkehr des Deutschen Museums, des Deutschen- und Europäischen Patentamts, des Gärtnerplatztheaters und vielen weiteren Einrichtungen verstärkt. Etwas Entspannung hat sich durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung ergeben, die ab dem Jahr 2006 nun bis heute im gesamten Gebiet des BA 2 umgesetzt wurde und von der ansässigen Bevölkerung fast durchweg positiv beurteilt wird. Darüber hinaus sind in den letzten Jahren auch die Mietpreise im gesamten Bereich des Bezirksausschuss 2 rasant gestiegen, da sich dieser Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zu einem bevorzugten Wohnviertel für gut verdienende Single-Haushalte entwickelt hat. Gegen die Verdrängung der alteingesessenen und älteren Bewohner soll der Erlass von Erhaltungssatzungsgebieten gegensteuern, was jedoch als Instrument unzureichende Wirkung entfaltet. Der im März 2008 neu gewählte Bezirksausschuss 2 besteht aus 23 Mitglieder. Sie verteilen sich auf 3 Fraktionen: Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN (7) und Rosa Liste (3), zusammen 10 SPD (7) CSU (4), bildet mit der FDP (1), eine Ausschussgemeinschaft. 1 Mitglied ist parteilos. Der Bezirksausschuss 2 hat drei Unterausschüsse (UA) zur Vorbereitung der monatlichen (meist letzter Dienstag) Sitzungen. Die Bereiche: UA Bauen/Planen; Vorsitz: Björn Brandstädter (SPD) UA KVR für Gaststätten, Verkehr, Veranstaltungen und Theresienwiese; Vorsitz: Friedrich Kraus (CSU) UA KJS für Kultur, Jugend und soziale Angelegenheiten; Vorsitz: Norbert Zimmer (Bündnis90/Grüne) Der Bezirksausschuss 2 hat folgende Arbeitsschwerpunkte: 1. Erhalt der vorhandenen Bevölkerungsstruktur und der Mischung von Wohnen und Gewerbe 2. Verbesserung des Wohnumfeldes durch Schaffen von mehr Grünflächen in den Wohnquartieren. 3. Erhalt der Theresienwiese als innerstädtische Frei- und Grünfläche mit Einschränkung von weiteren Großveranstaltungen, sowie deren ganzjähriger Nutzung. 4. Ausreichende Versorgung mit Kinder- und Jugendeinrichtungen und deren ausreichende finanzielle Unterstützung durch die Landeshauptstadt. 5. Verhinderung einer weiteren Zunahme von Spielhallen und anderen Vergnügungsstätten insbesondere im Bahnhofsviertel. 6. Linderung der Parkplatznot durch geeignete Maßnahmen wie z. B. Anwohnergaragen. 7. Stadtviertel verträgliche Lösungen bei der Realisierung des Masterplans Hauptbahnhof. Imageverbesserung des südlichen Bahnhofsumfelds. 8. Erhaltung der Vielfalt aller im Viertel lebender Bevölkerungsgruppen, sowie die Förderung des friedlichen Miteinanders. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses ist Herr Alexander Miklosy (Rosa Liste). Geschäftsstelle Landeshauptstadt München Direktorium, Geschäftsstelle 1 Bezirksausschuss 2 Tal 13, 80331 München Tel. 089-2280 26 73, Fax 089-2280 26 74 Email: bag-mitte.dir@muenchen.de Homepage: www.muenchen.de/ba/02 Öffnungszeiten Mo bis Fr von 9 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ein Beispiel, wie der BA 2 versucht, die Gestaltung des Stadtviertels für seine BewohnerInnen voran zu bringen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Antrag des BA 2 Die Theresienwiese (mit Bavariapark) wird als Grün-, Erholungs- und Freizeitnutzungsfläche ertüchtigt Die zuständigen Referate mögen folgende Punkte realisieren: 1. Freihaltung: Freihaltung der südlichen Theresienwiese südlich der Matthias-Pschorr-Straße für Freizeit- und Erholungsnutzung ganzjährig. Vorläufige Ausnahmen: Flohmarkt, Aufbauphase Oktoberfest und Landwirtschaftsfest. Verkürzung der Auf- und Abbauzeiten zugunsten der alltäglichen Nutzung, der Freizeit-, Sport- und Erholungsnutzung, alternativ: die Querung in ostwestlicher und nordsüdlicher wird ganzjährig ermöglicht. Dies entspricht einer Komprimierung der Aufbauphase, weil die Absicherung der Baustelle zusätzliche Tätigkeit erfordert, die dann im gleichen Zeitrahmen abgewickelt werden soll. (siehe 5.) Verkürzung der kommerziellen Nutzungszeiten und keine zusätzlichen Events auf der Festwiese. Vereinzelte Nutzungen können für die Anwohner den Freizeitwert der Theresienwiese stärken. Die zur Zeit jährlich 5 möglichen Tage (inkl. Auf-Abbau) auf dem Nordteil werden als ein alleiniges Entscheidungsrecht des BA gehandhabt. Entfernung des Flutlichtes am Fremdenverkehrsamt und Sicherheitsgebäude mitsamt den Pylonen (bzw. wenn nötig nur zur Oktoberfestzeit installieren und aktivieren). Verkehrssicherung und Vandalismus Vorkehrungen durch weniger intensive, an anderen Stellen angebrachte Beleuchtung. Weitere oberirdische Bauten sind für die Zukunft planungsrechtlich auszuschließen. Keine weitere Versiegelung der Theresienwiese. 2. Ertüchtigung: Fitnessparcours möglichst weit um die Theresienwiese. Dieser Rundweg soll ganzjährig auch während des Auf- und Abbaus und während des Oktoberfests begehbar sein für Freizeit, Spiel, Sport, Erholung, Gehen und Radfahren. Er soll tabu für eine kommerzielle Nutzung sein. Dadurch aber keine zusätzlichen Versiegelungen. Langfristiges Ziel: Geschlossener Rundweg, falls sich an der Infrastruktur für die Bierzelte Änderungen ergeben. Skateranlage nähe der südwestlichen Hangkante, die ganzjährig (in Teilen sogar zum Landwirtschaftsfest) nutzbar ist. Bolzplätze in ausreichender Zahl. Der Rodelhang an der eiszeitlichen Hangkante wird dauerhaft für Kinder und Jugendliche angeboten. Bodenverdichtungen durch die Nutzungen müssen umgehend beseitigt werden. Vor allem im nordwestlichen Teil nähe des BRK Parkplatzes. 3. Herausarbeiten der städtebaulichen Qualitäten: Auslichtung der Verbuschung und Überpflanzung. Die Bepflanzung auf der Hangkante im Westen soll einen freien Blick auf die Innenstadt über die Theresienwiese ermöglichen. Der Blick auf die Bavaria als Point de vue soll vom Bavariaring und von allen Radialstraßen aus ermöglicht werden (vom St.-Pauls-Platz/ Hermann-Lingg-Straße, Pettenkoferstraße, Uhlandstraße, Beethovenstraße, von der Mozartstraße/ dem Esperanto-platz, Hermann-Schmid-Straße, Stielerstraße, Güllstraße und Poccistraße). Beseitigung der Müllcontainer an diesen Sichtachsen, notfalls erst nach Auslaufen der Verträge mit den beteiligten Firmen. Aktive Suche nach verträglichen Ersatzstandorten oder Streichen von Standorten, da die Privathaushalte wegen Mülltrennung diverse Tonnen zur Verfügung haben. Durch ein gesondertes Lichtkonzept soll der Raum in seiner ruhigen Eigenart auch nachts zur Geltung gebracht werden. Als Umgriff des Lichtkonzepts sollte der denkmalgeschützte Ensemble-Umgriff gewählt werden. Auftrag einer Sichtfeldanalyse, die die städtebaulichen und lichtgestalterischen Aspekte beinhaltet. Im Rahmen der Renovierung der St. Paul Kirche findet eine Umgestaltung des St.- Pauls-Platz statt. Dies soll in einem Gesamtkonzept mit der Theresienwiese realisiert werden. Es wird auch der südöstliche Teil der Hermann-Lingg-Straße mit einbezogen. 4. Erschließung: Ausgestaltung und Widmung der Straße Theresienhöhe zur Langsamfahrstrecke, um den Bavariapark wieder mit der Theresienwiese für Fußgänger zu verbinden. Zugänge und Übergänge von allen Straßen und Wegen von und zur Theresienwiese und Bavariapark (von der Hans-Fischer-Straße, der Theresienhöhe 30/28, vom Ida-Schäfer-Weg, vom Eingang beim Gartenbau-Stützpunkt vom und zum Bavariapark zur Ruhmeshalle mit Bavaria südlich, Zugang vom Bavariapark zur Ruhmeshalle mit Bavaria nördlich, Zugang vom Wirtshaus (ehemaliges Messerestaurant) am Bavariapark zur Ruhmeshalle, Zugang vom Verkehrsmuseum zur Theresienwiese nördlich und südlich den Hang hinunter, Zugang von der Einkaufspassage Theresie zur Theresienwiese, Zugang zur Theresienwiese beiderseitig vom Alten Messeplatz über die Theresienhöhe hinunter zur Theresienwiese, Zugang von der Gollierstraße über den Hang zur Theresienwiese.) Wege von und zur Wiese herstellen und ganzjährig für Fußgänger und Radfahrer öffnen und pflegen. 5. Durchwegung: Auf- und Abbauzeit während Oktoberfest: Mindestens zwei Durchwegungen sind für Radfahrer und Fußgänger von West nach Ost und von Nord nach Süd frei zu halten. Ganzjährig: Offenhaltung der Theresienwiese für querende Fußgänger und Radfahrer auf mehreren Strecken in alle Richtungen. Begründung Geschichte: Die Theresienwiese verdankt sich einer großen Emotion, die die Begeisterung von König Ludwig I für seine Braut Theresia politisch inszenierte und stadtplanerisch ausdrückt. Das erwachte und damals wieder neu beachtete Volk sollte einen Ort für Erholung und Feste erhalten. Der Platz war gut gewählt. An der letzten eindrücklichen Ballung der Höhenlinien zu einer natürlichen eiszeitlichen Terrasse wurde das Königszelt für die Hochzeitsfestivitäten über einer sich weithin breitenden Wiese vom 12. bis 17. Oktober 1810 aufgebaut, von wo aus das viel gerühmte Stadtensemble überblickt werden konnte. Die städtebauliche Gunst dieses Ortes erkannte Klenze schon lange bevor er den Auftrag erhielt, die Ruhmeshalle (1848) an der Bavaria (1843 bis 1850) zu errichten. Ganz im Bewusstsein der topographischen Kraft dieses Raumes konzipierte 1882 August Voigt d. J. die Ludwigsvorstadt als damaligen Stadtrand mit repräsentativer Pavillionbebauung und der Ausrichtung der westlichen Erschließungsstraßen auf die Bavaria als gemeinsamen Blickpunkt, als einen Point de vue. Dabei integrierte er Vorschläge aus dem vorangegangenen Wettbewerb von Carl Effner und Georg Hauberrisser zum Ensemble, das dieses Prädikat 1973/1983 zu seinem Schutz in der Denkmalliste erhielt. 1891 entwickelte Hans Grässel das Projekt zur landschaftlichen Umgestaltung der Theresienwiese. Aktuelle Situation: Die Nutzung der Theresienwiese als Festwiese der Stadt ist verbunden mit ihrer Gründungsveranstaltung, dem Oktoberfest. Die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger angrenzender Stadtviertel mit diesem Fest drückt sich auch in ihrem Selbstverständnis als Gastgeber aus. Das Fest ist Bestandteil des Münchner Kalenders. Dabei werden die Belastungen, die dieses Fest für das Wiesn - Viertel, die Schwanthaler Höhe und Sendling mit sich bringen, in Kauf genommen. Allerdings erwarten die Bürger, dass die Veranstalter und die Stadtverwaltung als gute Gäste rücksichtsvoll mit dem Gelände umgehen. Das Besondere an diesem Ort ist seine maßstabgebende städtebauliche Einbindung in das Stadtgefüge. Diese Qualität sollte von allen Dienststellen der Stadtverwaltung unterstützt werden. Der große Raum muss erhalten und erlebbar bleiben. Die Nutzung dieses Geländes durch die Bürger für Spiel und Sport, für Freizeit und Erholung muss immer fester Bestandteil der Überlegungen bleiben. Die Theresienwiese ist kein gewerbliches Gelände, das auf seine kommerzielle Nutzung wartet und ansonsten brach liegt. Mit einbezogen werden muss das markante Gebäude der Kirche St. Paul (erbaut 1892-1906), sowie die umliegende Platzsituation. Veranstaltungen jeglicher Art haben mittlerweile das Nutzungsgleichgewicht empfindlich gestört, wobei die ursprünglich vorherrschende und auch heute durch die Verdichtung nötige Erholungsnutzung (außer im engeren Bavariapark) an den Rand gedrängt wurde. Der große Anteil an Versiegelungen entzieht der Wiese ihre Fläche und der Freizeitnutzung den Raum und darf keinesfalls erhöht werden. Aus der Nachbarschaft gibt es Stimmen wegen der Störungen durch die kommerziellen Nutzungen. Nicht nur bei den Veranstaltungen selbst, sondern auch während der Bauphasen wird das Gelände zu oft abgeschirmt und die großartigen Sichtbeziehungen aus der Stadt und in die Stadt gestört. Dabei erfreut sich das Gelände zu jeder Jahreszeit größter Beliebtheit. Das Polizei-, Verwaltungs- und Erste Hilfe-Gebäude unterhalb der Bavaria wurde gegen den örtlichen Widerstand auf das Gelände gebaut und mit ihm die Wegenutzung eingeschränkt. Das Gelände dahinter ist ganzjährig beparkt und nachts in Flutlicht getaucht. Eine große Fläche wird dem Roten Kreuz als Parkplatz überlassen. Die Aufbauzeiten für die Jahrmarkts-, Zirkus- und andere Kommerzveranstaltungen dauern sehr lange, obwohl ihre Verkürzung technisch möglich erscheint, was durch fortschrittliche und verbesserte Aufbautechniken machbar wäre. Dies lässt nur noch selten den Anblick und die Nutzung einer unverstellten Theresienwiese zu. Jüngst wurde sogar das Betreten während der Umbauzeiten vom 18. Juli bis 16. Oktober untersagt; die Zu- und Durchwegungen sind damit gravierend eingeschränkt. Im Winter sind Hangwege sogar für Fußgänger mechanisch verschlossen. Aus den Trampelpfaden lässt sich leicht ablesen, wie wenig der bürgerschaftliche Bedarf nach Fußwegen Beachtung findet. Mit der neuen Einrichtung der historischen Wiesn bleibt noch weniger Freifläche übrig. Perspektive: Dieser Entwicklung muss jetzt kraftvoll Einhalt geboten werden. Der stetig wachsende Flächenbedarf für Großveranstaltungen kann von der Theresienwiese schon lange nicht mehr gedeckt werden. Die Stadtplanung muss hierfür neue oder andere geeignete Räume auch an den Stadtrandgebieten ausweisen. Anregung: Maßnahmenkatalog oder/und eine Satzung Theresienwiese, die z. B. verpflichtend deren Nutzung regelt. Die Stadtvertretung ist über alle Referate hinweg verpflichtet, sich nicht nur für die merkantile Nutzung einzusetzen. Es gilt gleichrangig die Nutzung der Theresienwiese mit dem Bavariapark als Frei- und Erholungsfläche zum Ziel der Stadtplanung zu machen. Initiative: Münchner Forum München 28. 2. 2012 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||